Warum 10.000 Euro für eine Leica Peanuts sind

Eine persönliche Notiz:

Was mich zum Schweigen bringt ist das fehlende Aufbegehren anderer betroffener Bürger.

Kevin Kwan schreibt für alle lesbar auf wie es heute wirklich im Kapitalismus ist, auch hier und fast niemand stört es.

Das war mal anders.

Und so wie man an Details den Charakter einer Diktatur erkennt, kann man auch den neuen Reichtum an Details erkennen. Bei mir ist das Detail die Leica M.

Ich habe mich immer gefragt wieso es bei mir für eine Leica M 9 oder 10 nicht mehr reicht, eine M6 war noch drin. Die Antwort lautet es ist die Umverteilung und Verarmung. Digital bedeutet dabei mehr für oben und weniger für unten.

Da bekommst du nicht mal mehr Zinsen für dein Erspartes aber die Milliardenverluste der Reichen werden von der EZB aufgekauft. Und so geht es weiter bis hin zu doppelter Sozialversicherung für Betriebsrentner und Besteuerung für Rentner, von den hohen Abzügen im Job bei mittleren Einkommen ganz zu schweigen.

Früher gab es hier die Meinung, wenn es dem Unternehmer gut geht, dann geht es auch den Beschäftigten gut.  Das war die Zeit als man sich eine analoge Leica M als Hobby leisten konnte. Heute nicht mal eine Q, vielleicht noch eine D oder C.

Und es kommt auf das K an. Es kommt auf Kennen und nicht mehr auf Können an.

Wenn man dann von der Fujifilm X100 .. als Leica des kleinen oder armen Mannes spricht, dann ist das ja zu kurz gedacht und der Versuch, den eigenen sozialen Status und die eigenen Statussymbole gegenüber anderen durch negative Aussagen abzusichern zumal es hier ja nur um den Preis geht und nicht um den fotografischen Wert.

Die Leica M ist als neues digitales soziales Statussymbol einerseits unerreicht, andererseits objektiv von der Fuji X100 mit ihrem Hybridsucher technisch überholt und qualitativ ebenso hochwertig gebaut.

Aber auf die fotografische Seite kommt es dabei wohl kaum noch an.

Es geht um den sozialen Wert, die sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie, um dabei zu sein in der Gruppe, in der man sein will. Das ist sogar Voraussetzung für Aufträge wie ein Fotograf offen zugibt.

Und da sind 10.000 Euro Peanuts, zumal das nur der Preis für das Gehäuse ist und das Objektiv noch hinzukommt.

Mit Arbeit kommt man da nicht hin…

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