Flaneur21

Hannes Haas hat in seinem wunderbaren Buch „Empirischer Journalismus“ den Flaneur als Orientierung für neuen Journalimus im Wandel der Zeiten untersucht.

Er zitiert Cees Nooteboom:“Flaneure sind Künstler, auch wenn sie nicht schreiben. Sie sind zuständig für die Instandhaltung der Erinnerung, sie sind die Registrierer des Verschwindens, sie sehe als erste das Unheil, ihnen entgeht nicht die kleinste Kleinigkeit…(376)

Haas nimmt das Flanieren als Metapher für einen anderen Journalismus, „der neben der augenfälligen Thematisierung des Vordergrundes nicht auch den Hintergrund vergißt.“

Der Flaneur als „alter ego des Künstlers und Intellektuellen“?

Flaneur und Flaneuse beobachten den Wandel der Kommunikationsgesellschaft, sie entdecken die verborgenene digitalen Strukturen in den Strassen beim Beobachten der Menschen in den Gassen.

Wenn er darüber schreibt, daß Flaneure an einer unsystematischen Sozialgeschichte der Aufmerksamkeit arbeiten und sensible Leser der Stadt sind, dann wird deutlich, daß die ästhetische Wahrnehmung durch die Flanerie gelingt. Der ziellose Müßiggang führt zum Ergebnis des Erfassens von „Schlüssselphänomenen der Moderne“ und das ist die eigentliche Arbeit: visuelle Notizen aus der Wirklichkeit, die Elemente der Moderne zeigen in ihrer Widersprüchlichkeit und Zeitverhaftung – Ebenen des Zeitgeistes.

Wie schreibt er so schön? Nur weil der Flaneur „keine unmittelbare Macht hat, hat er nicht auch schon keine Bedeutung.“

Worin liegt der Sinn einer Blume?

Dieses Verfahren zur Erkundung der gesellschaftlichen Wirklichkeit ist ein Weg durch die eigene Lebenszeit.

Es ist zur Zeit mein Weg.

Es ist mein Weg im 21. Jahrhundert, es ist der Flaneur21.

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