GAS

„Weiterhin gehe ich auf das Gear Acquisition Syndrome (GAS, dt.: die Gier, Kameras und Objektive kaufen zu müssen) ein (inkl. Test) und beschreibe, wie sich das überwinden lässt.“

So schreibt es Sven Barnow in seinem Buch Psychologie der Fotografie: Kopf oder Bauch?

Er schreibt über ein Thema, das der Kameraindustrie gute Umsätze beschert und viele Fotografinnen und Fotografen leiden läßt, wenn sie davon befallen sind.

Das geht schnell und im Zeitalter der Smartphones geht es noch schneller, höher, weiter ….

Musikbegeisterte können davon ein Lied singen und Fotobegeisterte mittlerweile auch.

Einige sprechen auch von einer „Amateurfotografen-Krankheit“ und weisen dann darauf hin:

„Natürlich ist es keine echte Krankheit, wobei es durchaus die Kaufsucht als Krankheit gibt. … Ich würde nicht behaupten, dass das ein ausschließlich männliches Problem ist, doch Männer scheinen dafür anfälliger zu sein als Frauen. Die Industrie hat das erkannt und nutzt diese Schwäche aus, um uns gerade zu einer Wegwerfgesellschaft umzuerziehen. Als man zu Analogzeiten eine Kamera kaufte, war die Wertigkeit und Robustheit ein wichtiges Kaufkriterium. … Heute ist das Aufnahmemedium, also der Sensor, in der Regel fest verbaut. Schreitet die Entwicklung des Mediums voran, muss man gleich die ganze Kamera ersetzen, will man vom Fortschritt partizipieren. Das kommt den Herstellern gerade Recht, denn so kann man alle 2 Jahre ein geringfügig verbessertes Model auf den Markt bringen.“

Hinzu kommt Neuheit als neue Sucht.

Wir sehen dieses Phänomen gerade live bei den Smartphone-Herstellern.

Du schlägst fast jeden Tag die digitale Zeitung auf und liest, welches neue Smartphone vorgestellt wurde.

Damit muß man leben lernen ohne alles zu kaufen, wenn man nicht materiell und seelisch ersaufen will.

Marcel Dierke hat sich damit auch auseinandergesetzt und 5 Regeln veröffentlicht, um mit dieser Sucht besser umgehen zu können.

Aber das ist nicht alles. Man merkt sehr schnell, daß dies eine allgemeine Tendenz in der kommerzialisierten Welt bei Software und Hardware geworden ist.

Deshalb finde ich das folgende Video besonders interessant:

GAS ist ernst und kann uns in die Schulden treiben.

Digitalkameras sind auch keine Wertanlagen mehr sondern Konsumprodukte.

Da es sich bei GAS aber um einen in uns Menschen angelegten Mechanismus handelt, kann man ihn stoppen.

Essen kann man stoppen, wenn man satt ist, also durch körperliche Hinweise.

GAS kann man stoppen durch Verhaltensweisen, die bisheriges Verhalten ändern.

Wer bei seinen Fotos Gas geben will, der sollte also neue fotografische Projekte anfangen mit dem, was er hat und nicht mit dem, was er gerne noch hätte.

Bis dahin hätte er/sie sich schon viel mit Fotos machen beschäftigen können.

Also gebt Gas!

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