Die Wand als Entschleuniger

Im September 2025 präsentierten Xiaomi und Leica das 15t pro. Im Mai 2026 präsentierten dieselben das 17t pro.

Das erinnert mich an alte Zeiten als pro Halbjahr über 30 neue Digitalkameras präsentiert wurden.

Schrecklich und sinnlos!

Und das ist ja noch nicht alles.

Jede Woche neue Smartphones, deren echt Neues zum Fotografieren meistens nichts Neues enhält.

Und dann die Preise…

Nun denn!

Ich habe eine alte Wand renoviert, die nach 30 Jahren ohne Heizung nachbearbeitet und wieder gestrichen werden mußte.

Ich nehme das mal symbolisch.

Das Ergebnis war eine saubere Sache, beständig und klar.

Diese Wand und die Arbeitsschritte führten zu einem Flow, den ich bisher nur aus der Fotografie kannte, um mich mal neudeutsch auszudrücken.

Jedes Abschleifen, jede saubere Ecke, jeder Pinselstrich, jedes Nacharbeiten etc. zeigten mir, wie schön es ist, Anfang und Ende, Anstrengung, Begrenzung und Erfolge bei der Arbeit zu sehen.

Das reichte mir völlig in dem Wissen, in 30 Jahren muß es wieder gemacht werden. Aber da bin ich nicht mehr bei.

Ich habe mal einen Filter beutzt, um zu zeigen, wie irgendwie die Wand und ich eins sind. Dazu eignet sich monochrom gut. Verbunden mit dem Lichtspiel der Sonne von links ist das ganz gut gelungen in seiner Symbolik.

Als die Wand fertig war, las ich später einige Artikel über neue Handys und neue Kameras und merkte wie wenig interessant das war.

Es ist doch schon alles da nur nicht in jeder Form und Farbe, dachte ich so bei mir.

Und dann schaute ich mir ein paar Videoschnipsel über die neue Lumix L10 an. Und siehe da, jetzt bei den ersten Tests stellt sich heraus, daß die alte gute Optik und der neue Sensor immer noch gut sind aber die alte Optik bleibt so „langsam“ wie sie auch in der Lumix Lx100 etc. war.

Mag der Autofokus irgendwie schneller sein, so ist die Voraussetzung doch das richtige Einstellen oder eben Optik durch den Sucher.

Und das beinhaltet erst das Motiv zu suchen statt einfach abzudrücken wie auf einem Smartphone. Das erfordert einen ruhigen Blick…

Und dann las ich über die neuen Smartphones, die jetzt schon wieder auf dem Markt sind oder kommen und kaum ist ein max da, kommt ein pro und danach ein ultra und dann ein ultra max.

Ich will gar nicht wissen, wer das kauft, weil es ja fotografisch nichts mehr bringt in meinen Augen.

Kreative Begrenzung gefällt mir da viel besser.

Und da bin ich wieder bei meiner Mauer.

Sie reicht mir und genügt völlig.

So ist das auch aktuell mit den vielen Handys und Digitalkameras, die nur unwesentliche Veränderungen haben.

Man kann nicht nur viel Geld sparen sondern zugleich auch viel mehr Freude mit den schon bezahlten Geräten haben, wenn man da bleibt wo man ist.

Das  bedeutet nie, auf alles Neue zu verzichten. Aber es bedeutet auch neu nicht mit besser zu verwechseln.

 

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