Sonne und Leiden

Das Foto zeigt etwas, das mich philosophisch immer begleitet:

„Das Elend hinderte mich, zu glauben, daß alles unter der Sonne und in der Geschichte gut sei; die Sonne lehrte mich, daß die Geschichte nicht alles ist.“ Sie wurden im Kopf zum Schlüssel und öffneten mir die Tür zu mir.

Entdecke deine Sinnlichkeit

Bis dahin habe ich nicht verstanden, dass Camus nicht in die Falle der begrifflichenVorstellung geht, sondern auf der Ebene des Gefühls bleibt. „Durch klare und deutliche Empfindungen erfahren wir mehr von uns selbst und der Welt als durch klare und deutliche Kategorien des Denken“, so schreibt es Theo Ross und er hat Recht. Für Camus kommt erst die Natur und die Sinnlichkeit und dann die Welt des Wissens.

Stelle dich dem absurden Leben

Sehr schön sind dazu die Formulierungen in „Philosophische Vitamine“ von Theo Ross: „Die Erfahrung des Absurden ist der Anfang der Arbeit am Selbst…. Sich dem absurden Gefühl auszusetzen, ist eine ständige Übung der Wahrnehmung. Unser Verstand ist darauf trainiert, Sinn, Bedeutung, Einheit und Ziel zu denken, und tendiert dazu, dieser Wahrnehmung des absurden Gefühls auszuweichen….Es sind Vorstellungen, die das Absurde verstellen, Vorstellungen, die das Konkrete und die Gegenwart ständig transzendieren…Sisyphos erfährt die verschwiegene Freude als rollender Stein, wenn er die Vorstellung, den Gipfel erobern zu können, aufgibt und begreift, daß das Rollen und der Fels sein Schicksal sind und daß dieses Schicksal ihm gehört. Nicht der Gipfel, der Fels ist seine Sache. In der Konzentration auf den Stein und das Rollen kommt er in seine Gegenwart.“

Lass den Stein rollen

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