
Es muß nicht immer Schopenhauer sein. Ich mag auch Michael J. Hußmann:
“Politiker, die ihre Positionen argumentativ zu begründen versuchen, erwecken eben dadurch Zweifel, während Populisten mit ihren simplen, immer wieder eingehämmerten Parolen Vertrauen entgegen gebracht wird: Das scheinen schließlich Leute zu sein, die sich ihrer Sache sicher sind.
Ein Alpha-Männchen unterstreicht seinen Status, indem es klar die Richtung vorgibt. Wer Alternativen in Erwägung zieht, abwägt, einen Vorschlag begründet, ohne dessen ebenso vorhandene Nachteile zu verschweigen, und lediglich als besten Kompromiss empfiehlt, beweist damit nur seinen niedrigeren Status. In Talkshows ist ein solcher Politiker chancenlos, denn er wird unweigerlich unterbrochen, bevor er auch nur einen Gedankengang zu Ende bringen konnte. Talkmaster, die provokativ komplexe Fragen stellen, wissen komplexe Antworten keineswegs zu schätzen. Intelligenz, Wissen und Ehrlichkeit gelten auch beim Publikum nicht als wünschenswerte Eigenschaften, sondern als letzte Zuflucht derjenigen, denen es an der Authorität der Alphas mangelt.“
Wozu also die ganze Aufregung um fehlende Aufklärung?
Oft wirkt sicheres Auftreten bei totaler Ahnungslosigkeit.
Und weiter!
Fotografieren war noch nie so einfach.
Warum soll ich dann noch verstehen was DGO ist?
Die Fotos reichen doch…
Die Welt ist flach.
Ist die Welt flach?
Zum Schluß möchte ich auf Herrn Schuhmacher hinweisen:
„Die US-amerikanische Autorin Gwen Bristow legte einer hochstehenden Dame folgenden Satz in den Mund: Sie müssen lernen, besser zu lügen, wenn Sie es in dieser Welt zu etwas bringen wollen – Ganz offensichtlich haben zahlreiche Mitarbeiter/innen in mehreren Fotofirmen sich diesen Ratschlag zu Herzen genommen.
Je geringer die technischen Unterschiede der verschiedenen Kameras heute de facto sind, desto größer werden sie mit übelsten Tricks und Mitteln aufgebauscht.
Aber die Kunden sind ja selbst schuld, sagte mir ein hoher Manager, Die wollen belogen werden. – Wer will heute noch die Wahrheit hören, dass die meisten Produkte ausgereizt sind.
Kurzum: Viele Manager halten die (vor allem Privat-) Kunden für dumm. – Es liegt somit an den Fotokunden, wie sie das selbst sehen.
Persönlich halte ich inzwischen alle modernen Kameras für sehr hochwertig, und selbstredend nimmt der technische Fortschritt langsam weiter zu. Abschließend bleibt auch klar, dass jedes Kameramodell in einer bestimmten Disziplin den Mitbewerbern etwas überlegen ist. Das ist sogar gut so. Dann kann jeder die für sich passende auswählen. Aber die perfekte Kamera für alle Foto-Stile oder alle Fotografen existiert nicht und wird auch nie existieren – gleichgültig, was die Marketing-Abteilungen der Hersteller oder die Meinungsmacher im Internet behaupten.
Für Fotografen bedeutet dies: Schalten Sie Ihr Gehirn ein und denken Sie genau nach. Sie finden heute nur noch gute Kameras.“
Dieses Zitat aus einem seiner Texte ergänzt aus anderer Perspektive das, was Herr Hußmann aufgeschrieben hat.
Wir haben nun die freie Wahl. Wir können uns z.B. online bei diesen Fachleuten informieren und/oder einfach mit Handy oder Kamera fotografieren.
Das ist die persönliche Freiheit, die wir haben.
Und ich verstehe meinen Text hier als Beitrag zur fotografischen Aufklärung. Nun haben Sie die Freiheit damit in ihrem Kopf zu machen, was Sie wollen. Ich lande wieder bei Schopenhauer.
Für mich ist dies zugleich der Versuch, meine eigenen aufklärerischen Absichten nun zu reduzieren und mehr zu fotografieren.
In diesem Sinne!