Unvollkommenheit als Signatur

„Im Streben nach technischer Perfektion löscht die moderne Fotografie oft die Individualität aus. Geräuschreduzierung glättet die Textur. Algorithmen korrigieren Farbe und Kontrast, um einem idealisierten Standard zu entsprechen. Das Ergebnis ist sauber, konsistent – und manchmal leblos und antiseptisch.

Die langsame Fotografie umfasst Unvollkommenheit als Teil der Identität des Bildes. Eine leichte Fehlausrichtung, ein Lichtschitt, ein körniger Schatten – das sind keine Fehler, die beseitigt werden können. Sie sind Beweise für einen bestimmten Moment, der auf eine bestimmte Weise festgehalten wird. Sie erinnern uns daran, dass es bei der Fotografie nicht nur darum geht, was gesehen wird, sondern wie es gesehen wird. Viele der Fotos der großartigen Fotografen sind technisch unvollkommen. Nehmen wir zum Beispiel Henri Cartier-Bresson. Aber er verstand, wie man sieht.“

Das sind schöne Gedanken von Paul de Kruiff auf macfilos.

Man muß heute mit IOS 26.5 nur noch Text markieren und übersetzen anklicken. Ein völlig neues Leseerlebnis!

Seine Gedanken stammen aus einem Artikel über Langsames Fotografieren.

Das finde ich ganz wunderbar.

Und da ich gerade mit der ersten EM5 von Olympus manuell knipse, erlebe ich das doppelt. Alles an der Kamera reicht mir. Aber alles danach hat mehr Megapixel, mehr Auflösung, mehr mehr….

Dabei ist schon hier für mich alles gut. Aber es stimmt, mehr geht auch, ist im Vergleich dann sogar attraktiv, wäre aber nicht nötig.

Heute ist seit knapp zwei Wochen der erste Tag ohne Regen. Da kann ich mich fotografisch mit Digitalkamera wieder nach draußen bewegen.

Und die Zwanglosigkeit hinter den hier zitierten Gedanken empfinde ich als große fotografische Freiheit.

Und damit endet diese fotografische Kopfgeburt.

 

 

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