Bilder im Kopf

Das Wetter vor Ort war Ostern schrecklich.

Ich nannte es Dementorenwetter.

Dies führte zu einem Themenwechsel. Statt neuer Fotos entstanden meine Fotos neu.

Und das kam so.

Nachdem ich medial massiv zugespült wurde mit Angeboten für neue Kameras und Objektive und neue Smartphones, deren Preise alle jenseits eines für mich akzeptablen Rahmens lagen, wollte ich die Fuji X100 VI nutzen, um wenigstens etwas von den Ostertagen zu fotografieren. Aber das Dementorenwetter machte mir einen Strich durch die Rechnung.

Der Griff zum Osterhasen aus Schokolade wurde zwar zum Mittel gegen die Dementorenkrankheit, aber war kein Ersatz für aktives Tun. Und daher nahm ich meine fotografische Ansammlung in den Blick und das Aufräumen und Reinigen und Ausprobieren begann.

Was soll ich sagen!

Sobald ich die Fotoapparate in die Hand nahm, kamen Erinnerungen und Fotos im Kopf hoch. Bis heute habe ich sehr viele Fotos nicht nur aufgenommen, sondern habe immer noch den gesamten Moment im Kopf gespeichert bis zum Geruch und dem Umfeld.

Wahrscheinlich bin ich nicht der Einzige, dem es so geht.

Das ist übrigens beim Handy nicht so – aber fast durchgängig bei Sucherfotografie. Sie ist eben intensiver.

Und so entstanden viele Fotos im Kopf bei diesem Wetter und je mehr Fotos desto mehr neue Fotos ….

Stille ist eben sehr reich und produktiv, wenn man es zuläßt.

Denn „Bewusstsein ist immer JETZT. Nur im JETZT als Entfaltung des JETZT erfahrbar.“

Daraus entstanden dann natürlich auch die Artikel der letzten Tage, die nur einen Bruchteil dessen zeigen, was wirklich war.

Wirklich faszinierend war dann für mich, daß auch die Fotos wiederkamen, die ich nicht fotografiert habe, weil ich die Gelegenheit entweder nicht nutzen konnte oder wollte.

Diese Fotos im Kopf  sind immer noch da, aber nur für mich zu sehen.

So ist die Welt auf vielfache Weise sichtbar und unsichtbar.

Falls die Sonne einmal wiederkommt, wird dies ganz bestimmt der Zeitpunkt sein, um die Bilder auf meiner Festplatte im Kopf ruhen zu lassen, die mit mir lebt und stirbt.

Denn dann ist die Zeit gekommen, um wieder Neues zu sehen auf der jetzigen Welt – draussen vor der Tür.

 

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