Weniger ist mehr

Eine persönliche Skizze

Das Erfolgsrezept bei Apple und dem Iphone besteht meines Erachtens darin, die Menschen nicht zu überfordern. Bisher wußte man bei jedem Neukauf, daß man an das Bisherige anknüpfen kann.

Nicht immer alles neu – wozu auch, wenn es bisher klappte?

Die erste Abweichung bei Apple ist nun das Bubble Design, das vieles schwerer macht, weil jede Geste und jede Druckstärke fast was anderes auslöst und Menüs kaum noch richtig sichtbar sind. So wird Verläßlichkeit abgebaut und Unsicherheit aufgebaut.

Nun lese ich, daß im Sony Xperia 1 VIII wieder Festbrennweiten eingesetzt werden und gecroppt wird. Man macht also das wieder, was sich fotografisch bewährt hat. Man baut größere Sensoren und nimmt bei einer Verlängerung der Brennweite nur einen Teil davon, um dennoch gute Bildqualität im Smartphone zu haben. Äquivalenz ist das Eine, die Optik das Andere.

Das macht ja Apple z.B. auch im Iphone 17 pro und das machen andere reine Digitalkameras mit Festbrennweite wie die Fuji X100 VI oder die Leica Q3, um nur bekannte Namen zu nennen.

Besser ist ein echtes optisches Zoom wie z.B. in der Sony RX100 Reihe mit einem 1 Zoll Sensor. Das im Handy wäre ein echte Innovation…

Aber es scheint ja nicht zu funktionieren. Selbst das Leitzphone von Xiaomi hat den 1 Zoll Sensor nur als Festbrennweite mit Crop.

Nun denn!

Man geht also zurück auf Bewährtes statt auf immer Neues.

Das war auch bei google so, solange sie nur ein Eingabefeld hatten.

Jetzt haben sie zwar noch ein Eingabefeld, aber darunter soll man erst ganz viel eingrenzen, sonst bekommt man sofort, was die google KI zusammenklatscht.

 

Wie überlebt man digital in dieser neuen Gemengelage?

 

Mein Rezept ist klar: Rückzug und Reduktion.

Und zwar täglich.

Weniger Medienkonsum bedeutet mehr Platz für eigenes Denken.

 

Nun ist Neuheit ja die neue Sucht.

Aber die Erfahrung meines Lebens läßt mich fragen, was brauche ich wirklich an Neuheit – fotografisch und sonst im Leben.

Gibt es fotografisch bessere Fotos?  Gibt es im Alltag des Lebens echte Verbesserungen?

 

Bei Xiaomi sehe ich die absolute Verzettelung. Sie schaffen es nicht mal, dieselbe App mit denselben Menüpunkten in verschiedene Geräte zu packen.

Sie sehen oben ein Foto aus der Kamera App bei Xaomi 14 und 15tpro. Nicht mal da ist Gleichklang.

 

Da die eigene Lebenszeit begrenzt ist, wächst die Freiheit sofort da, wo man digitalen Geräten aus dem Weg geht. Das geht zwar nur begrenzt aber nur so geht es.

 

Warum komme ich darauf?

Der Anlaß ist einfach.

Ich wollte einen Termin beim Arzt. Am Telefon meldete sich eine KI, die mir sagte, ich solle ganz normal mit ihr sprechen. Dann wollte sie meine Telefonnummer und fragte, ob sie die nehmen könne, mit der ich anrufe. Ich verneinte und nannte eine andere Telefonnummer. Die verstand sie falsch. Daraufhin fragte sie mich, ob alles ok sei und ich sagte nein, die Nummer sei falsch. Dann sollte ich meine Nummer neu nennen und sie wollte das dann weitergeben. Nach dem Ende des Gesprächs erhielt ich einen Tag später einen Anruf auf der Nummer, die nicht erreichbar war und nicht angerufen werden sollte.

KI und KIKI liegen nahe beieinander.

 

Warum habe ich dies alles aufgeschrieben?

Weil es Beobachtungen sind, die mir Zustände in der aktuellen Verfaßtheit der Gegenwart zeigen.

Sehen, Beobachten und ruhen lassen, um mehr zu sehen und zu verstehen.

Deshalb ist weniger oft mehr.

 

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