Wenn mediale Wahrnehmung endet und ein Zeitalter beerdigt wird – Fotografie gestern und heute

Wenn Bücher im Abverkauf sind, dann weiß man, daß es kein Verkaufserfolg war. Das spricht nicht gegen das Buch aber zeigt wie die mediale Wahrnehmung und/oder das Kaufinteresse waren.

Mir fiel schon früher auf, daß die aus meiner Sicht besten Bücher im Ramsch lagen. Aber das ist lange her als es noch viele Taschenbücher für eine Mark gab. Heute ist es teurer.

Ich freue mich immer auf die kleinen Kataloge von froelichundkaufmann bzw. art-service. Darin sind immer viele Bücher zu finden, die zur Beerdigung anstehen.

Damit beginnt die Erinnerungskultur, also das Verlassen der Gegenwart als soziale Wahrnehmung des Dabeiseins und der individuelle Besuch dessen, was war.

Heute kommt hinzu, daß nicht mehr alles in Bücher gepackt wird, so daß dieser Weg der Wahrnehmung auch endlich sein wird. Aber bisher ist es so.

Und nun sind es die Werke von Henri Cartier-Bresson, William Eggleston, Paul Strand, Rene Burri, Louis Faurer und noch einige mehr. Die Zeiten ihrer medialen Präsenz sind von neuen Entwicklungen und neuen Menschen überlagert worden. Sie sind Teil des fotografischen Gedächtnisses aber nicht mehr wirkungsmächtig in der aktuellen fotografischen Gegenwart.

Bei Cartier-Bresson wurde schon vor einiger Zeit im Rahmen einer Fotoausstellung gesagt, er würde nicht mehr gezeigt, weil er „durchdekliniert“ sei.

Es ist das Ende einer Ära und gleichzeitig die Hinwendung zu neuer Fotografie und neuen Techniken.

So lebe ich mit meinen Erinnerungen, die mein Denken und Handeln fotografisch prägten und dennoch bleibe ich da nicht stehen, sondern verlasse den Friedhof der Erinnerungen, um mich der neugestalteten fotografischen Landschaft außerhalb des fotografischen Friedhofs zuzuwenden.

Und schon bin ich wieder mittendrin statt nur dabei.

 

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