„Smart as photography – be an artist today“ Über diese Tagung in Mannheim schrieb Andreas Kesberger in der photonews. Ob es wirklich die erste Tagung war weiß ich nicht, weil  „From here on“ sich vor einigen Jahren auch mit diesen Themen beschäftigt hat.

Aber natürlich ist man heute weiter weil die Smartphones heute weiter sind.

Andreas Kesberger beendet seinen Artikel mit einem sehr interessanten Gedanken: „Derweil versuchen Huawei und Co uns endlich zu verstehen. Wenn wir die Bilder gleich verarbeiten merkt sich das Samartphone das und schlägt uns neue Apps vor. Damit es so aussieht, wie es vorher schon aussah. Künstliche Intelligenz in der Kunst ist Reproduktion … Da weiß man einen mechanischen Fotoapparat zu schätzen… Sei ein Mechaniker heute.“

Dieser Gedanke ist wirklich gut und enthält alle Argumente für eine Digitalkamera ohne Smartphone.

Du bist wieder du, wenn du eine Solo-Digitalkamera benutzt ohne AI. Es sei denn du willst, daß das Handy so tut als ob es alles kann, was andere Kameras können. Aber das ist eben reine Reproduktion und keine eigene Produktion.

Das einzige Analoglabor im Smartphone, das ich kenne, ist Hipstamatic auf dem Iphone.

Simone Naumann und Ulrich Dorn haben in ihrem Buch „Coole Bilder mit dem Smartphone“ dazu folgendes geschrieben:

Insofern kann ein Smartphone auch Digitalkamera im Sinne von „sei ein Mechaniker“ sein, auch digital, aber eine echte Digitalkamera bietet dann doch mehr und zwingt auch zu mehr.

Am meisten verlangen die digitalen Kameras, die das Einstellen von Blende und Verschlusszeit verlangen wie eine Fuji X100 oder eine Digitalkamera mit einem manuellen Objektiv.

In jedem Fall entsteht so mehr eigene Kreativität.

Betrachtet man das Ganze unter dem Gesichtspunkt der sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie, dann stößt man schnell im deutschen Raum auf kwerfeldein.de. Dort werden regelmäßig Erfahrungsberichte  publiziert, wenn Menschen sich an Kameras und mit Kameras analog und digital ausprobieren. Da lohnt sich ein Blick auf den Blog vor allem weil er total verschiedene Perspektiven zuläßt.

Wer das „perfekte“ Bild im Sinne der sozialen Anerkennung im Mainstream haben möchte, für den ist das neuste Smartphone mit dem neusten KIKI natürlich Pflicht.

Wer mehr will, nämlich Individualität nach der Automatik, der muß in den Fotoladen.

Ob es analog sein muß ist Geschmackssache. Ich finde zum Beispiel die Möglichkeiten einer digitalen Lumix GX 80 oder GF7 mit ihren vielen Filtern und Einstellungsvarianten herausfordernd genug. Man kann dort Filtersimulationen wählen für bestimmte Bildwirkungen oder sogar durch Wechselobjektive alles von manuell bis automatisch erreichen. Wer mehr als den Auslöser will, der hat damit genug zu tun. Und dann gibt es ja noch Alien Exposure, On1 oder Lightroom, wenn man in die Nachbearbeitung will.

Ich bin froh, daß ich analog hinter mir habe.

Ich stelle mich der digitalen Herausforderung und ich empfinde den Gedanken von Andreas Kesberger irgendwie befreiend – sei ein Mechaniker heute – ich würde hinzufügen digital.

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