Es zum Ich – Digitale Dialoge oder die Macht der kleinen Bilder

Auf jeden Fall hat im öffentlichen Auftritt die Werbeindustrie komplett gewonnen.

Alle seriösen journalistischen Webseiten, die ohne gez auskommen müssen und in deutscher Sprache sind, platzen ja förmlich vor Werbung sobald man sie betritt.

Entweder sind die Artikel mit mehr als einem Nachrichtenwert nur separat zu kaufen oder man wird von einer Armada von Werbeblöcken hinter, dazwischen und im Text mental angespuckt, so daß man statt den Text zu lesen eher in Deckung geht.

„Laßt weniger Müll in euren Kopf!“ ist leicht gesagt bei den Attacken.

Davon heben sich werbefreie Blogs wohltuend ab, so daß ich mittlerweile immer mehr nur noch dorthin schaue und zwischendurch auf ntv, weil da doch viele Nachrichten kompakt zu sehen sind.

 

Und langsam gefällt mir instagram, weil da meine Fotos gelikt werden wenn ich Fotos like. Es mag absurd sein aber es macht mehr Spass und gibt der realen Sinnlosigkeit ein gefühltes Dabeisein.

Bei Instagram kann man die Werbung wenigstens webscrollen, solange bleibe ich dort noch.

Wenn nun Whatsapp auch noch Werbung bekommt, wird die Suche nach einer Alternative losgehen. Mal sehen ob Ausstieg oder Umstieg die Folge ist. Mittlerweile verschicken wir wieder mehr SMS und Emails.

Und so bin ich nach einer vertieften Auseinandersetzung letztlich bei meinem Thema soziale Fotografie aktuell beim Iphone gelandet im 4,7 Format, also schön klein und dennoch gut und vom vorletzten Jahr.

Neben den von mir schon erwähnten Instagram-Accounts habe ich noch einen schönen Artikel auf reisewut.com gefunden, der mich in meiner Auffassung bestätigt und meine aktuelle Fotopraxis auch.

Der Blog hier dient weiter der Einbettung und Reflexion des woanders Praktizierten, weil es ja einen Ort der Zusammenschau geben sollte.

Aber es vereinfacht sich doch sehr vieles, weil es letztlich keine Einschränkung sondern nur eine Umstellung ist.

Ein Bücherregal voller Wissen kommt gegen die Macht der Bilder in der öffentlichen digitalen Landschaft nicht an. Das Buchregal enthält viele Gedanken, die man hier zu neuen und alten Betrachtungsweisen zusammenbringen kann, aber eine Sekunde Aufmerksamkeit gibt es nur für ein aktuell interessantes Bild auf instagram weil man bei Texten erst die Schwelle zum Lesen überschreiten muß während Bilder „nur“ angesehen werden müssen und sich unbewußt das Es daraus etwas holt. Deshalb platzen ja so viele Fotos und Videos auf den journalistischen Seiten auf…

So steuern die Medien das Es zum Ich und so ist die Welt aktuell.

Wer in den letzten 30 Jahren dabei war weiß, wie schnell sich die Dinge ändern. Insofern sind die Wege in der neuen digitalen Medienkarawane noch lange nicht zu Ende.

Das Flanieren geht weiter.

 

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