Das neue Elend der Fotoindustrie

Digitalkameras

Wolfgang Heinen, Herausgeber der Photopresse, kommt im Heft 3/2019 zu folgender Aussage über die Kamerahersteller:

„Nicht nur Canon-Boss Mitarai prognostiziert für die kommenden Jahre weiteren Schwund… Teilweise nur marginale Verbesserungen an und in ähnlich aussehenden Gehäusen … locken anscheinend nicht genügend Käufer hinter dem Ofen hervor…. Während winzige optische Einheiten mit irrsinnig gut funktionierender künstlich-intelligenter Software in Smartphones zur Höchstform in Sachen Bildqualität auflaufen, bekommen wir erst mit dem dritten Firmware-Update eine funktionierende, immer noch viel zu lahme Blutooth-Verbindung zwischen Kamera und beispielsweise Smartphone zustande. Und dann soll die Fotogemeinde auch noch laut Hurra schreien …“

Eine gute Analyse, die vieles auf den Punkt bringt. Panasonic hat dies verstanden, bei anderen bin ich mir da nicht so sicher. Aber es ist einfach so daß der, der nicht unbedingt beruflich als Sportfotograf unterwegs ist, mittlerweile Smartphones erhält, die eine gute Digitalkamera mit Festbrennweite erreichen – und mit Unschärfeverlauf.

Es mag im Einzelfall noch Kamera- und Objektivkombinationen geben, die noch mehr bieten, aber das ist weder im Netz noch als Hobby meist erforderlich und erfordert viel Geld, viel Gewicht beim Tragen und viel Geduld beim Ausprobieren.

Für fotografische Spezialanwendungen ist sicher immer noch Bedarf an speziellen Lösungen und Apparaturen vorhanden, aber Fotografie als soziales Massenphänomen ist heute primär im Smartphone zu finden.

Hinzu kommt, daß in der Anfangszeit der digitalen Fotografie die ganze Welt von analog zu digital wechselte und damals eben alle neu kauften, während heute mit vielen neuen Menschen nur noch das zählt, was für die Jugend interessant ist.

Und da ist das Smartphone erste Wahl und die Solo-Digitalkamera zweite Wahl. Man muß die Menschen dann dort abholen wo sie herkommen und das gelingt den meisten Kameraherstellern nicht – vielleicht noch nicht.

Die kleinen Kundenkreise mit traditionellem Ansatz dürften aktuell sehr zufrieden sein über das Angebot, aber die neuen Kunden aus dem Smartphonelager verlangen anderes. Da wird es spannend.

Eine Antwort hat Leica gegeben. Leica ist im Smartphone und bedient nun beide Märkte klassisch und modern.

Zeiss steckt in neuen Nokias und die Zeiss ZX1 hätte auch das Potential für eine innovative Kamera ohne Smartphone aber der Preis grenzt ein und aus.

Und so sind wir mittendrin statt nur dabei in der Zeitenwende beim digitalen Fotografieren.

 

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